Airsoft Initiative Deutschland - AID

Die sportlichen Facetten des Airsoft als regulären Sport anzuerkennen und Informationen zu verteilen.

Die Airsoft Initiative Deutschland (kurz: AID) ist eine Gemeinschaft von engagierten Spielern und Händlern, mit dem Ziel, Unbeteiligten die Information über Airsoft abseits der Massenmedien zu erlauben und eine sachliche Diskussion über das Hobby Airsoft zu ermöglichen.

Airsoft und Schule:

Eines vorweg: Die einhellige Meinung aller Mitwirkenden dieser Initiative ist, dass ASGs im Schulalltag keinen Platz haben.
Dennoch sehen sich auch die vernünftigen Spieler, ob jetzt minder- oder volljährig, in der Schule immer wieder Missverständnissen und auch Anfeindungen ausgesetzt.
Das beruht einerseits darauf, dass gerade die jungen und unerfahrenen Spieler oftmals einen martialischen und selbst unter Spielern geächteten Sprachcode nutzen, andererseits darauf, dass die Medien unseren Sport bis heute äußerst einseitig und voreingenommen behandeln.
Dabei ist der Airsoftsport ein vielseitiger Mannschaftssport, der einerseits auch ansonsten recht bewegungsunwillige Jugendliche an die frische Luft lockt, andererseits die Soft Skills wie Empathie, vorausschauendes Denken und Teamfähigkeit ausbilden und stärken kann.

Bewegungssport aus pädagogischer Sicht

Wie die englische Kinderpsychologin Penny Holland in ihrem Buch We don´t play with guns here attestiert, sind besonders Jungen von der Vorstellung fasziniert, mit Waffen umgehen zu können und zu dürfen. Sind Mädchen in die Clique integriert, lassen diese sich oftmals von der allgemeinen Begeisterung anstecken und spielen mit. Die Möglichkeit, Airsoftmarkierer unter 0,5 Joule Mündungsenergie ab 14 zu erwerben, erlaubt den Jugendlichen, abseits elterlicher Kontrolle Vorbildern aus Film und Fernsehen nachzueifern. Vielfach interessieren sich die Eltern auch nicht für das Hobby ihrer Jugendlichen. Obgleich die primäre Verantwortung bei den Eltern liegt, können pädagogisch kompetente Lehrer steuernd intervenieren, sollte sich im Gespräch herausstellen, dass die Jugendlichen durch die Art ihrer Hobbyausübung ihre Gesundheit oder ihre Zukunft gefährden.

Sollten ihnen also Schüler auffallen, die Airsoft als ihr Hobby angeben, sollte ihre erste Nachfrage dem Austragungsort der Spiele (Skirms genannt, auch manchmal zu Skrims verballhornt) gelten. Einfach so im Wald, in verlassenen Häusern oder im Stadtpark zu spielen birgt nämlich mancherlei Gefahr.

Zum einen könnten Passanten das Spiel missdeuten und als Umgang mit echten Waffen interpretieren. Wird die Polizei über einen solchen Vorgang informiert, ist es Vorschrift, unter höchster Eigensicherung den Vorfällen auf den Grund zu gehen. Das bringt die Jugendlichen in ganz erhebliche Gefahr. Unglücklicherweise ist das Führen und Schießen mit Airsoftmarkierern unter 0,5 Joule auf öffentlichem Grund (noch) nicht verboten.

Des Weiteren können die Jugendlichen aus Leichtsinn, Unachtsamkeit oder purer Böswilligkeit auf unbeteiligte Menschen, Haustiere oder Tiere der lokalen Fauna schießen. Tierquälerei wird von der Szene abgelehnt und nicht geduldet, auch können Spiele in öffentlichen Wäldern dazu führen, dass speziell im Frühjahr die Tiere bei der Balz, der Brut und der Aufzucht der Jungen gestört werden.

Wer auf Unbeteiligte schießt riskiert eine Anzeige wegen Körperverletzung.
Das Spiel in Abbruchhäusern stellt auch eine massive Gefährdung für alle Beteiligten dar. Oftmals sind diese alten Häuser einsturzgefährdet. Glasscherben, Schutt und unerwünschte Hinterlassenschaften anderer Mitmenschen liegen teilweise herum. Ein Sturz im Eifer des Gefechts kann fatale Folgen haben. Eine Fehlerziehung a la Ich will nicht, dass ihr Airsoft spielt oder Airsoft ist verboten, wer das macht, kommt ins Gefängnis erhöht die Gefährdung der Jugendlichen jedoch drastisch, so besteht das Risiko, dass die Jugendlichen aus Angst vor den Konsequenzen im Falle einer Verletzung wertvolle Zeit verstreichen lassen, um Pläne zu entwickeln, wie die sportliche Betätigung zu vertuschen sei, um die angedrohten Konsequenzen zu vermeiden. Schlimmstenfalls wird der Sturz in eine Spritze verschwiegen. Hier ist es wichtig, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Jugendlichen aufzubauen.
Wenn die Jugendlichen mit der Erlaubnis des Besitzers und nach der Information der örtlichen Polizei auf einem abgesperrten Privatgrundstück spielen, sind die oben genannten Risiken so gut wie ausgeschlossen.

Die zweite Nachfrage sollte sich mit den verwendeten Schutzmaßnahmen befassen. Oftmals spielen die Jugendlichen ohne geeignete Schutzbrillen. Diese sind aber wichtig, weil sie die Augen vor Schussverletzungen oder sonstigen Arten der Verletzungen schützen. Sonnenbrillen, Skibrillen etc. sind ungeeignet und erhöhen die Gefahr im Falle eines Treffers. Das Material solcher Brillen ist nicht für ballistische Zwecke ausgelegt und kann daher im schlimmsten Fall direkt beim ersten Treffer nachgeben (zersplittern) und schlimmste Verletzungen bis zum Verlust der Sehkraft nach sich ziehen. Wichtig zum Spiel im rauen Gelände ist geeignetes Schuhwerk, da ein Lauf über Feld und Wald oftmals mit einer Verstauchung endet, welche durch die Nutzung aedequaten Schuhwerks hätte vermieden werden können.

Oftmals stellt sich der pädagogische Praktiker die Frage, ob der Umgang mit Waffen eine verrohte und gewaltaffine Geisteshaltung formt oder begünstigt.
Die Frage wird allerdings oftmals falsch gestellt. Nicht die Waffen und der Umgang damit formen den Geist.
Manch ein Jugendlicher mag sich eine ASG anschaffen, um damit eine Drohkulisse gegen seine Mitschüler aufzubauen. Dies sind jedoch nicht die Sportler! Ein Baseballspieler wird seinen Schläger nicht zur Schule mitnehmen, um damit seinen Mitschülern Verletzungen zuzufügen, kein Fechter sticht mit seinem Degen auf Unbeteiligte ein. Die Jugendlichen, die sich Airsoftmarkierer beschaffen, um damit zu drohen, werden sich durch ein Verbot derselben nicht aufhalten lassen ... drohen können diese auch mit Küchenmessern.
Spieler wollen spielen. Sie möchten ein außergewöhnliches Hobby gemeinsam erleben. Der Spaß an der Bewegung, das Agieren im Team, der gemeinschaftliche, faire Sieg oder die genau so faire Niederlage nach klaren Regeln stehen beim Airsoft im Vordergrund. Gewalt wird von der Szene nicht geduldet!
"Airsoftler" wissen um die Stigmatisierung ihres Hobbys. Wer ernsthaft spielen will, ist sich der Außenwirkung seiner Handlungen bewusst. Engagierte Spieler achten darauf, den Ruf ihres Hobbys in der Öffentlichkeit nicht durch Worte oder Handlungen zu beschmutzen. Sie wissen – jeder Fehltritt ihrerseits fällt auf ihr Hobby zurück.
Wie sie sehen, stellen die ernsthaften Airsoftspieler selbst trotz und wegen ihres möglicherweise befremdlichen Hobbies im schulischen Alltag eine Bereicherung dar - lassen sie sich überraschen.

Autor: Torsten A.
Airsoft Initiative Deutschland – © 2007
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