Airsoft Initiative Deutschland - AID

Die sportlichen Facetten des Airsoft als regulären Sport anzuerkennen und Informationen zu verteilen.

Die Airsoft Initiative Deutschland (kurz: AID) ist eine Gemeinschaft von engagierten Spielern und Händlern, mit dem Ziel, Unbeteiligten die Information über Airsoft abseits der Massenmedien zu erlauben und eine sachliche Diskussion über das Hobby Airsoft zu ermöglichen.

1. Vorwort

Die Frage, die bereits in der Überschrift dieser Abhandlung formuliert wurde, kann entweder ganz banal aufgrund des Wortes Airsoft beantwortet werden oder man versucht hier eindringlich den Begriff mit all seinen Hintergründen zu durchleuchten und zu erklären. Man kann sich nur auf den Gegenstand oder auf das gesamte Konstrukt Airsoft beziehen. Daher ist es nicht sehr einfach diese Frage kurz, knapp oder gar prägnant zu beantworten. Man muss schon einen Einblick in die komplexe Thematik riskieren, um einem Unbedarften Airsoft näher erläutern zu können.
Mit dieser Abhandlung versuchen wir die Grundzüge und inhaltlichen Begrifflichkeiten rund um den Begriff Airsoft näher zu erläutern.

2. Definition

Es ist nicht einfach Airsoft in eine vereinfachte klar dargestellte Definition zu packen, da sich die Motivation jedes Spielers in verschiedenen Ansichten unterscheidet. Dennoch sind im wesendlichen die Grundzüge sämtlicher Auffassungen über diesen Begriff ähnlich oder gleich, so dass man folgende Definition für Airsoft durchaus als realistisch ansehen kann:

    "Airsoft ist ein Hobby mit ineinander verflochtenen Tätigkeitskategorien. Einmal eine sportliche Komponente und zum anderen eine sammlerische Darstellungskomponente. Im sportlichen Sinne ist Airsoft ein waffensportliches Spiel, in dem sich Teams oder einzelne Spieler in einem fairen Wettstreit nach klaren vordefinierten Regeln begegnen.
    Im Sinne der sammlerischen Darstellung, ist Airsoft eine Möglichkeit die Sammelleidenschaft in Bezug auf Waffen und Ausrüstungsgegenständen ausleben zu können.
    Verbindet man diese Kategorien miteinander, so werden Operationen und Szenarien aus dem Bereich Militär, Polizei und anderer Bereiche als Plattform genutzt, um ein sportliches Spiel in eine lebhafte Inszenierung zu setzen, was man aus dem Re-enactmentbereich bereits kennt."

3. Rückblick und Entwicklung

Airsoft stammt ursprünglich aus Japan. Nach dem zweiten Weltkrieg, als die USA Japan besiegt hatten, wurden Schusswaffen für die japanische Zivilbevölkerung verboten. Bis heute ist das Gesetz noch immer gültig und somit wich die japanische Industrie auf Waffenrepliken aus Kunststoff aus. Sie brachten die ersten funktionstüchtigen Waffennachbauten als Spielzeug auf den Markt, die seinerzeit nur federbetrieben und manuell funktionierten. Schnell begriff man, dass es ein großer Markt für Waffenenthusiasten in der Spielzeuglobby war und darum expandierte der Airsoftmarkt in Asien recht zügig. Ständige Neuerungen wie, elektrisch betriebene Airsoftguns (ASG), sowie gasbetriebene ASGs, machten die zum Spielen entwickelten Spielzeugwaffen zu technisch hochentwickelten Waffenrepliken. Durch die amerikanische Besatzungsmacht wurde dieses Spielzeug in den Westen verbracht, wobei sich hier der Begriff Airsoft bildete. Mit Air wurde die Luft definiert, mit denen man Plastikkugeln bzw. sog. Softballs verschie&zslig;en kann. Daraus entwickelte sich dann die Bezeichnung Airsoft.
Die Plastikkugeln bzw. Softballs erhielten hingegen ihren Namen, aufgrund ihrer Größe, von den in Kugellagern verwendeten Kugeln, die sich Bearingballs nennen. Daher auch der Begriff BB-Kugeln. Oft wird aber auch der Begriff Baby-Bullet für BBs verwendet.
In Deutschland hielten die ASGs mit der Novellierung des Waffengesetzes im Jahre 2004 ihren legalen Einzug auf den Markt und sind seither für Alt und Jung in jedem gutsortierten Spielzeug- und Waffenhandel zu erwerben. In der deutschen Sprache hat sich der Begriff Airsoft allerdings linguistisch bedingt als Softair durchgesetzt, der in seiner Bezeichnung und auch international gesehen allerdings falsch und irreführend ist.
Die Hersteller von ASGs kommen vorwiegend aus dem asiatischen Raum, wo sich Hersteller meist auf bestimmte Kategorien von Waffentypen spezialisiert haben. In diesem Bereich gibt es tatsächlich jede Waffe als Nachbau und für alle Waffentypen gibt es unzählige Zusatzausstattungen von Tuningläufen bis hin zu Custom Kits, mit denen man das komplette Aussehen einer ASG verändern kann. Bis auf Japan, dürfen Hersteller von ASGs als Metallanfertigungen herstellen, die sogar eingefleischte Waffenkenner nicht mehr erkennen lassen, welches nun eine reale Waffe oder eine Replik ist. Aus diesem Grunde sind ASGs nicht nur bei Spielern beliebt, sondern werden von Waffensammlern wegen ihrer Detailgenauigkeit ebenso geschätzt.

4. Spielweisen und andere Möglichkeiten im Airsoft

Die Definition fasst viele Elemente auf, die in Bezug auf die Motivation und dem Nutzen genauerer Erläuterungen bedürfen.
Zum einen gibt es die weitverbreitetere Spielweise, die ähnlich dem aus dem Paintball bekannt ist. Bis auf die Tatsache, dass man hier nicht mit Farbkugeln schießt, sondern in der Regel 6 mm Plastikkugeln sog. BBs verwendet. Man Spielt in sog. Quickgames (Schnellspiele) oder in lang ausgedehnten Szenarios, den sog. Operations (OPs) gegeneinander. Sinn und Zweck solcher Spiele ist es immer, dass zwei oder mehrere Parteien in einem taktisch orientierten Zusammenspiel, mit den jeweilig gebildeten Teams, vordefinierte Ziele erreichen. Das kann das Halten einer Flagge bis hin zum Erobern eines Objektes sein. Hierbei ist im Wettstreit Fairness das oberste Gebot. Da es keine Markierungen bei Treffern gibt, wie beim Paintball, sind die Treffer von jedem Getroffenen selber anzusagen. Die Spiele können dabei von leicht bis schwer organisiert werden. Bewegung, Schnelligkeit und Teamplay ist hierbei oft der Schlüssel zu Sieg. Hierbei ist besonders hervorzuheben, dass Sicherheit und Teamplay bei allen Spielen, neben dem Spaßfaktor natürlich, im Vordergrund stehen. Ramboverhalten und nichtbeachten der Sicherheitsbestimmungen werden sofort unterbunden, notfalls mit Spielfeldverweis.
Zum anderen gibt es auch das sog. Sportschiessen, welches unter dem Begriff ISPC (International Practical Shooting Confederation) bekannt ist. Hierbei handelt es sich um ein Parcoursschießen, bei dem es um Schnelligkeit, Zielgenauigkeit und Präzision geht. Im ISPC werden bereits internationale Wettkämpfe ausgetragen und ist die sportlich anerkanntere Variante des Airsoft.
Ein weiterer Aspekt ist das Re-enactment. Hierbei finden sich Leute mit der Motivierung zusammen, eine militärische oder polizeiliche Einheit oder Sonstiges nachzustellen. Sie verwenden viel Aufwand und Zeit damit, um ihren Vorbildern in Ausrüstung und Waffen so nahe wie möglich zu kommen. Spielerisch können hier Spiel, Spaß, Spannung, Abenteuer und Wettkampf zusammengeführt werden, was das Ganze um so interessanter macht. Zudem kommen auch noch Szenarios, in denen man zeitlich fast unbegrenzt mit seiner Ausrüstung zum Flair des Ganzen beiträgt und mitwirkt. Bei allen Spielen werden vorher durch eine Leitung klare Regeln festgelegt, die das Spielen sicher, fair und zugleich spielbar machen.
Eine weitere Eigenschaft, die das Airsoft bietet, ist die Möglichkeit für Waffensammler und Technikbegeisterte sich mit solchen Waffenrepliken eine Leidenschaft auszuleben, die sonst nur mit realen Waffen möglich wäre. Da reale Waffen aber in Punkto Gefahrengut, Sicherheitsbestimmungen, scharfer Gesetzesbestimmungen und insbesondere dem Kostenaufwand für viele recht uninteressant sind, kann der versierte Sammler und Technikbegeisterte dennoch auf seine Kosten kommen. Vom Sammeln, Tunen, Modellieren, über Bemalen und gekonnt fotografisch in Szene setzen, sind den Begeisterten keine Grenzen gesetzt.

5. Die Technik von Airsoft

Gemeint ist dabei wie Wirkungsweise bzw. das Funktionsprinzip von ASGs. Kern der Technik ist hierbei ein Kolbensystem, in dem Luft komprimiert und als Treibmittel zur Beschleunigung des Plastikprojektils genutzt wird. Als Kraftkonstante dient hier eine Feder, warum die meisten ASGs auch rechtlich gesehen unter die Kategorie der Federkernwaffen fallen. Als Antrieb kann eine ASG entweder manuell von Hand gespannt oder durch einen kleinen Motor, welcher kleine Zahnradübersetzungen sog. Gears antreibt, elektrisch betrieben werden. Der dazu benötigte Strom wird durch Akkupacks, die in der ASG ebenfalls untergebracht sind, sichergestellt.
Anders aber verhält es sich mit ASGs, wo als Treibmittel Flongas (Kaltgas) benutzt wird. Hier erfährt das Plastikprojektil durch direkte und komprimierte Gaszuführung seine Beschleunigung.
Bei allen o.g. Techniken, erhalten die BB-Kugeln bei ihrer Beschleunigung durch ein sog. Hop Up eine Rückwärtsrotation. Dabei wird die BB-Kugel unter eine im Lauf obenliegende Gummiwalze gedrückt. Dadurch erhält das Plastikprojektil eine stabile Flugbahn, so dass man mit ihnen recht präzise treffen kann. Abhängig von der Federstärke, können mit einer ASG Reichweiten von bis zu 60 bis 70 m erreicht werden.

6. Arten von Airsofttypen

Sehen ähnlich aus,
funktionieren aber total verschieden

Es gibt verschiedene Arten von ASGs, aber immer funktionieren sie nach dem selben Prinzip. Hier nun die wesendlichsten Unterschiede und Typen von ASGs:

Spring
Bei dieser Art wird durch Körperkraft eine Feder manuell gespannt. Sie treibt einen Kolben an, der in einem Zylinder die dort befindliche Luft komprimiert und das Projektil durch den Lauf befördert. Für jeden Schuss muss die Waffe von Hand repetiert werden. Viele der billigen Spielzeug ASG’s werden so betrieben. Allerdings gibt es auch hochwertige Scharfschützengewehre, die nach diesem Prinzip arbeiten.

AEG (Automatic Electric Gun)
Die am weitesten verbreiteten ASGs sind die AEGs. Hierbei handelt es sich um elektrisch angetriebene ASGs. Sie bestehen im Inneren aus einer sog. Gearbox (GB) und einem Motor, welcher von einem Akku mit Strom versorgt wird und dieser über ein Getriebe einen Kolben spannt.
Die meisten AEGs sind detailgetreue Nachbauten von realen Waffen. Sie lassen sich in verschiedene Modi einstellen. Unter anderem sind Einstellungen in halb- und auch in vollautomatisch möglich. Ab einer Mündungsenergie von über 0,5 Joule (J) unterliegen solche ASGs dem Waffengesetz. Hierbei ist die vollautomatische Funktion der ASG gem. Waffengesetz verboten. Solche ASGs sind vom Händler aus so zu modifizieren, dass sie nur noch im Semi-Modus (Einzelschuss) schießen können. Daher dann auch ihre Bezeichnung als (S)AEG. Unter dieser 0,5 J Grenze werden ASGs als Geschossspielzeug eingestuft und dürfen vollautomatisch schießen.
Fallen ASGs mit ihrer Mündungsenergie unter das Waffengesetz, so sind sie zwar frei ab 18 verkäuflich, aber dürfen nur mit behördlicher Zustimmung (Waffenschein) geführt werden.

GBB (Gas Blowback)
Diese ASGs funktionieren mit Gas als Treibmittel. Durch Betätigen des Abzuges wird die Kugel mit dem Gasdruck beschleunigt, dabei repetiert der Schlitten wie bei einer echten Waffe. Es gibt auch einige Maschinenpistolen (z.B. M11, MP5K) und Sniper-Gewehre unter den Gas-ASGs, allerdings haben diese einen wesentlichen Nachteil. Die Gase, die zum Betrieb von ASGs benötigt werden, sind meist gar nicht oder nur sehr bedingt wintertauglich sind. Die minimale Temperatur, bei der gasbetriebene ASG mit akzeptabeler Leistung eingesetzt werden können, liegt bei +10°C. Liegt die Temperatur tiefer (unter 0°C) kann es sogar dazu führen, dass die Mechanik vereist, die Dichtungen spröde werden und reißen.

NBB (Non Blowback)
Diese Airsoftwaffen funktionieren wie die o.g. GBBs, nur ohne repetieren des Schlittens. Da hier die gleichen Gase wie bei GBBs verwendet werden ergeben sich natürlich auch die gleichen Probleme und Einschränkungen bei Kälte.

EBB (Electric Blowback)
Dies ist die Pistolenvariante der AEG. Allerdings ist diese eher ein Spielzeug, d.h. diese Waffen besitzen lediglich eine Mündungsenergie unter 0,5 J. Es ist einfach nicht genug Platz im Inneren der Pistolen vorhanden, um einen starken Motor und Batterien unterzubringen.

AEP (Automatic Electric Pistol)
Hierbei handelt es sich um eine neue Entwicklung aus dem Hause Tokyo Marui. Die AEPs sind Pistolen oder auch Maschinenpistolen, die mit einer Gearbox ähnlich einer normalen AEG ausgerüstet sind. Dadurch lässt sich im Gegensatz zu den EBBs eine viel höhere Schussenergie erzeugen, aber leider muss auf den Blowback-Effekt verzichtet werden, da im Schlitten der Akku untergebracht ist. Kritiker des Systems sagen, dass Blowback-Effekt einfach zu einer Airsoftpistole gehört. Dennoch steht fest, dass die AEPs rein zum Airsoft spielen gedacht sind und hier auch einige Vorteile gegenüber GBBs haben, wie z.B. Wintertauglichkeit, Kosten (kein Gas Kauf nötig) und die Umweltfreundlichkeit.

7. Fazit

Mit all den in der Abhandlung angesprochenen Bereichen des Begriffes Airsoft, verbinden versierte und insbesondere ernsthafte Airsoftenthusiasten ihre Ansichten, Motivationen und Meinungen. Trotz all der widrigen Umstände, dass natürlich der Missbrauch solcher Gegenstände allgegenwärtig ist, tun sie alles für den Erhalt ihres Hobbies.
Es ist besonders hervorzuheben, dass sich insbesondere die aktiven Spieler, trotz des nach außen hin wirkenden Charakters des Airsoftspiels an sich, keiner in irgendeiner Weise politisch motiviert ist. D.h. jegliche Form von Extremismus oder gar Paramilitarismus wird beim Airsoft strikt abgelehnt, weil sich hier Leute zusammenfinden, die aufgrund der Spielweise schon verantwortungsbewusst, fair und friedlich miteinander umgehen. Werte wie Teamgeist, Freundschaft, Fairness, Sportlichkeit, Spaß und sozialer Umgang miteinander, stehen hier weit im Vordergrund und daher hoffen wir, dass man durch diesen kleinen Einblick in die Airsoftwelt, ein klein wenig Verständnis für die Sache aufbringen kann.

Autor: André B.
Airsoft Initiative Deutschland – © 2007
Impressum